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Tagesprotokolle

Von Thorsten Trelenberg



Tag 1

Nach der Begrüßung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch Frau Dr. Mast, Vorstand des Kultur- und Weiterbildungsbetriebs der Stadt Schwerte gibt Rudolf Gier-Seibert (Workshopleiter) eine kurze Einführung in die Ziele des Workshops.
Danach lernt sich die Gruppe untereinander näher kennen. Gemischte Gruppen aus Schwerter Neubürgern und Schwerter Altbürgern werden gebildet, die sich gegenseitig interviewen. Die so entstandenen Kurzinterviews werden danach vorgestellt und in einem weiteren Schritt mit der Kamera als kurze „Clips“ aufgenommen. Dabei bedienen die Jugendlichen Kamera und Ton.
Als sehr hilfreich hat sich in o. g. Phase die Unterstützung der Neubürger durch die Teammitglieder Thorsten Trelenberg (Autor), Torsten Einecke (Sozialarbeiter) und Jan van Nahuijs (Künstler & Ehrenamtlicher) erwiesen, da die Lese- und Schreibschwächen bei den Neubürgern erwartungsgemäß noch sehr hoch sind. In kleinen Schritten wird das für das Beantworten der Fragen erforderliche Lesen und Schreiben gelernt.
Nach dem Abdrehen entsteht das erste selbst gedrehte Filmmaterial. In einem weiteren Schritt werden den Neubürgern alle im Filmmaterial gehörten unbekannten Wörter und Begriffe erklärt, die sie nicht kennen. Vor der Mittagspause formulieren die Jugendlichen unter der Anleitung von Thorsten Trelenberg und Jan van Nahuijs ihre Wünsche und Träume für die Zukunft. Diese Sammlung ist die Grundlage für die Erstellung weiterer Texte und Drehbuchvorlagen.
Danach bedienen die Jugendlichen wieder Ton und Kamera, um ihre Wunschträume im Film festzuhalten.
Nach der Mittagspause werden erneut Gruppen gebildet, die eigenverantwortlich ausschwärmen, um die bereits bestehenden oder die noch neu zu entdeckenden Lieblingsplätze der Schwerter Jugend fotografisch einfangen. Ein kleiner Fragebogen (Was gefällt dir dort? Wie oft bist du dort? Wer trifft sich wo?) dient als roter Faden zur Bewältigung dieser Aufgabe.




Tag 2

Nach der Begrüßung werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in drei Gruppen aufgeteilt.
Gruppe 1 schneidet am eigens für diesen Workshop eingerichteten Schnittplatz das bereits abgedrehte Filmmaterial. Gruppe 2 widmet sich intensiv der Schreibarbeit, um einen Text (Kurzgeschichte als Drehbuchvorlage) zu erstellen, der später mit dem heute parallel entstehenden Foto - und Filmmaterial zu einem oder mehreren Clips weiter verarbeitet werden soll.
Gruppe 3 erobert mit den bereitgestellten Fotoapparat die Stadt, um neu entdeckte und / oder noch weniger bekannte Treffpunkte der Schwerter Jugend aufzuspüren. Dort werden dann Aufnahmen gemacht, die später mit den Texten der Gruppe 2 zu einem neuen Film werden. Die Jugendlichen arbeiten bei den gestellten Aufgaben eigenständig. Das Workshopteam (R.Gier-Seibert, T.Trelenberg, Jan van Nahuijs, T. Einecke) steht den Teams während dieser Phase helfend und beratend zur Verfügung.
Im Park am Evangelischen Krankenhaus Nach der Mittagspause stellen die einzelnen Gruppen ihre Texte, Fotos und Filmschneidergebnisse vor.
Großen Wert legt das Workshopteam wieder darauf, dass den Neubürgern sämtliche aufgelaufenen neuen Wörter und Fachbegriffe so erklärt werden, dass jeder der teilnehmenden Jugendlichen weiß, worum es in den Storys / Skripten geht.
Unter Anleitung entstehen am Nachmittag weitere Skripte für Clips, die nach der sog. „Stoptricktechnik“ gedreht werden.
Abschließend trägt T. Trelenberg ein Mitmachgedicht vor, welches über Nacht mit den Begriffen / Wörtern geschrieben wurde, die von den Jugendlichen vorgegeben wurden.




Tag 3

Nach der Begrüßung nehmen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die am Vortag begonnene Bearbeitung der Skripte und Filmschneidearbeiten wieder auf.
Das Workshopteam steht den Teams während dieser Phase zur Verfügung, um aufgetretene Fragen zu Text und Technik zu beantworten.
In Eigenregie entwickeln die Jugendlichen am Vormittag in den einzelnen Gruppen die bereits gedrehten Szenen, das Fotomaterial und die entstandenen Texte. Sie geben sich untereinander sprachliche Anregungen, lesen in dialogischer Form die Texte und sammeln Ideen für weitere Clips und Geschichten.
Schnell stellt sich eine intensive, beinahe schon intime Arbeitsatmosphäre unter den Jugendlichen ein. Über die bereits entwickelten Spielszenen ergibt sich spielerisch ein Austausch über die Vielfalt der anwesenden kulturellen Identitäten, über die fremde / neue und die eigene Sprache, sowie über das fremde / das neue Wort und die fremde / neue Sprache.
Am Nachmittag präsentieren die Neubürger Geschichte, Lieder und Filmmusiken, die sie eigenständig während der letzten Tage erarbeitet haben. Auch ohne Auftrag findet unter den Neubürgern bereits eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Lesen, Schreiben und die Nutzung digitaler Medien statt.
Als ein Höhepunkt des heutigen Tages erweist sich die Aufnahme eines Neubürgers in die Gruppe, der bei uns bisher noch nicht zu Gast war. Er hatte von seinen Freunden so viel über den laufenden Workshop gehört, dass er unbedingt mitmachen wollte. Ohne große Problem wurde er von der ersten Minute an von der Gruppe aufgenommen und willkommen geheißen. Wie auch am Vortag trägt T. Trelenberg ein neues Mitmachgedicht vor, welches über Nacht mit den Begriffen / Wörtern geschrieben wurde, die von den Jugendlichen vorgegeben wurden.



Tag 4

Nach der Begrüßung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgt das Studium der heutigen Tageszeitung, die über das laufende Projekt berichtet. Gegenseitig unterstützt je ein Altschwerter einen Neuschwerter beim Lesen. Danach teilen sich die Jugendlichen in 2 Gruppen auf. Gruppe 1 beschäftigt sich weiter mit der am Vortag begonnenen Bearbeitung der Skripte und nimmt dann die Filmschneidearbeiten wieder auf. Gemeinsam entwickelt diese Gruppe neue Ideen für die am Nachmittag zu drehenden Szenen. Gruppe 2 macht noch einige Fotos an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt, damit diejenigen, die noch nicht im Film und / oder auf den bereits entstandenen Fotos zu sehen sind, nicht vergessen werden.
Nach Beendigung der o. g. Aufgaben werden die Gruppen neu gemischt. In Kleingruppen widmet man sich nun in intensiven Gesprächskreisen den kulturellen Besonderheiten und Unterschiede der anwesenden Kulturen. Es wird lebhaft.
Das Workshopteam begleitet diesen Prozess, der von der Frage/ Aufgabenstellung begleitet wird, wie die Jugendlichen ihre Ergebnisse zuerst zu einem Drehbuch und dann zu einem Film machen wollen.
Nach der Mittagspause entstehen dann über den Nachmittag hinweg die Drehbuchvorlagen, die dann in Kleingruppen verfilmt werden. Schon zu diesem Zeitpunkt stellen die Jugendlichen begeistert fest, dass sie noch Material und Ideen für mindestens eine weitere Projektwoche erarbeitet haben. Alle sind sich einig: Es macht Spaß!
Auch heute trägt T. Trelenberg ein neues Mitmachgedicht vor, welches über Nacht mit den Begriffen / Wörtern geschrieben wurde, die von den Jugendlichen vorgegeben wurden.
Die Jugendlichen entscheiden, dass daraus ein weiterer Clip werden soll. Diese Idee wird sofort in die Tat umgesetzt und füllt den Rest des Nachmittages aus.



Tag 5

Nach der Begrüßung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgt das Ansehen der bereits fertiggestellten Clips und Kurzfilme. Dann bekommen die Jugendlichen sie Aufgabe, einem Haupt-Titel für den Gesamtfilm, der in der nächsten Woche der Öffentlichkeit präsentiert wird, zu finden.
Engagiert beteiligen sich Neu-Schwerter und Alt-Schwerter, um ihre Ideen vorzustellen und untereinander zu diskutieren, bis der Titel feststeht. Nun geht es daran, die über Nacht durch den beteiligten Autor entstandenen Drehbücher in weitere Clips und Kurzfilme umzusetzen. An zwei Schnittplätzen wird das Material danach durch die Jugendlichen bearbeitet.
Das Workshopteam steht, wie auch schon in den letzten Tagen, helfend und beratend zur Seite.
Nach dem diese Aufgaben abgearbeitet sind, geht es um den Dreh der letzten Filmsequenzen für den Abspann. Gemeinsam begeben sich die Jugendlichen in die Stadtbücherei,um die Szenen dort zu drehen.
Es folgt eine kurze Mittagspause, bevor die heute noch entstandenen Texte besprochen und die noch fehlenden Szenen abgedreht sind. Wieder wird das Material an den Schnittplätzen bearbeitet. ....und plötzlich ist eine Woche vergangen und der Workshop endet zum Bedauern der Jugendlichen und des Workshopteams!
Auch nach dem offiziellem Ende der Veranstaltung bleiben sowohl die Alt-Schwerter, als auch die Neu-Schwerter noch freiwillig bei uns, um noch möglichst viele der nicht umgesetzten Ideen zu realisieren, oder weiter am Schnittplatz zu arbeiten.


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